Wer in letzter Zeit durch Hongdae, Itaewon oder Seongsu geschlendert ist, dem ist sicher die zunehmende Präsenz filigraner Linien, kleiner Symbole und kreativer Designs aufgefallen. Der Tattoo-Trend in Korea ist unübersehbar. Seit Tätowierungen offiziell legalisiert sind, eröffnen immer mehr Studios und ziehen talentierte Künstler und neugierige Besucher aus aller Welt an. Schauen wir uns genauer an, was man vor einem Tattoo in Korea beachten sollte.
Ein neues Kapitel für Tätowierungen in Korea
Tätowierungen in Korea befanden sich lange in einer Grauzone: halb tabu, halb bewundert. Doch das ändert sich nun endlich. 2025 verabschiedete die koreanische Regierung das Tätowierergesetz (“Tattooist Act“) und legalisierte damit nach über drei Jahrzehnten offiziell nicht-medizinische Tätowierer. Ein großer Schritt für Kreativität und Selbstausdruck, der Künstlern längst überfällige Anerkennung verschafft und den Weg für eine offenere, modernere Tattoo-Kultur ebnet.
Nach dem neuen System dürfen nur lizensierte Tätowierer legal arbeiten. Künstler müssen eine staatliche Prüfung ablegen, eine Hygiene- und Sicherheitsschulung absolvieren und in registrierten Studios arbeiten. Einige Regeln bleiben unverändert: Die Tattooentfernung ist weiterhin medizinischen Fachkräften vorbehalten, und Minderjährige benötigen die Einwilligung ihrer Eltern. Das Gesetz tritt erst nach Ablauf der zweijährigen Übergangsfrist vollständig in Kraft. Dennoch markiert es den Beginn einer zugänglicheren und inklusiveren Tattoo-Szene in Korea.
Warum Tattoos bei jungen Menschen immer beliebter werden
Lange Zeit hatte strahlte Tattoo in Korea ein rebellisches Image aus, insbesondere bei älteren Generationen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Jüngere Koreaner sehen Tattoos als Kunst, Ausdruck ihrer Identität und ihrer Kreativität. Dieser Wandel hat eine sehr moderne, ausdrucksstarke und lebendige Tattoo-Szene hervorgebracht. Ob du nur kurz hier bist oder ein Semester im Ausland studierst – diese Seite der Jugendkultur zu entdecken, fühlt sich an wie die Entdeckung eines verborgenen Kapitels der koreanischen Geschichte.

Trendige und bedeutungsvolle Tattoo-Ideen
Wenn du Korea besuchst und dir dort ein Tattoo als bedeutungsvolle Erinnerung stechen lassen möchtest, findest du eine große Auswahl an wunderschönen Designs. Und da koreanische Tätowierer für ihre Präzision und Kreativität bekannt sind, ist es umso verlockender, etwas Besonderes mit nach Hause zu nehmen.
Kleine, aussagekräftige Tattoo-Motive sind in Korea sehr beliebt, beispielsweise winzige Herzen, Monde, Blumen oder einzelne Schriftzeichen, die sich leicht verbergen lassen und perfekt für Anfänger geeignet sind. Auch Tierporträts sind im Trend, wobei Künstler für ihre weichen, detailreichen Linien bekannt sind, die die Persönlichkeit jedes Tieres perfekt einfangen.
Viele Besucher wählen koreanisch inspirierte Motive wie Dancheong-Muster, Lotusblumen, traditionelle Masken, Hanbok-Umrisse oder sogar Hangeul-Schriftzeichen und kurze Sätze wie „행복“ (Glück), „사랑“ (Liebe), „괜찮아“ (es ist okay) oder „오늘도 빛나“ (strahle heute).
Tattoos mit popkulturellen Motiven bilden eine weitere große Kategorie, insbesondere für Fans von K-Pop, Anime, Pokémon oder Videospielcharakteren. Viele Künstler haben sich auf niedliche oder stilisierte Designs spezialisiert. Und natürlich sind Mikro-Tattoos nach wie vor ein typisch koreanisches Merkmal: kleine, filigrane Motive, die wie winziger Schmuck auf der Haut sitzen.

Wichtige Dinge, die man vor einem Tattoo in Korea beachten sollte
Ein Tattoo in Korea zu bekommen ist aufregend, aber auch eine Entscheidung, die man gut überlegen sollte. Besonders dann, wenn es das erste Tattoo ist.
Denke langfristig: Ein Tattoo mag zwar eine Erinnerung an deine Reise sein, aber achte darauf, dass dir das Motiv auch in vielen Jahren noch gefällt. Wenn du dir unsicher bist, wähle etwas Minimalistisches.
Hygiene ist wichtig: Mit der Einführung des neuen Lizenzierungssystems wird es noch einfacher, sichere und gut geführte Studios zu finden. Achte auf saubere Werkzeuge, ordnungsgemäße Sterilisation und verständliche Pflegehinweise.
Platzierung des Tattoos: Obwohl sich die öffentliche Meinung verbessert hat, kann ein sichtbares Tattoo in Korea in bestimmten Situationen immer noch Verwunderung auslösen. Wenn dir Diskretion wichtig ist, wähle eine unauffälligere Stelle wie hinter dem Ohr, entlang der Rippen oder in der Nähe des Knöchels.
Heilungszeit und Pflege: Plane die Pflege im Nachhinein mit ein, wie beispielsweise sanfte Reinigung, Feuchtigkeitspflege und Vermeidung starker Sonneneinstrahlung. Ein Tattoo ist eine Investition, und die richtige Pflege schützt diese Investition.
Wahl des richtigen Künstlers: Koreanische Tattoo-Studios nehmen selten Laufkundschaft an. Stattdessen buchen Künstler üblicherweise über Instagram-Direktnachrichten und sind oft Wochen im Voraus ausgebucht. Sieh dir immer sorgfältig die Portfolios an und suche nach Künstlern, deren Stil deinen Wünschen entspricht.
Vorab ausprobieren: In Korea gibt es unzählige hochwertige temporäre Tattoos. Manche Supermärkte verkaufen sogar Stempelmotive. Wenn du Tattoos erst einmal testen, fühlst du dich damit vielleicht sicherer, bevor du dich für ein echtes Tattoo entscheidest.
Ob du ein für Semester, einen Work-and-Travel-Aufenthalt oder für Urlaub hier bist – die koreanische Tattoo-Szene zu entdecken, kann eine spannende und aufschlussreiche Erfahrung sein. Für weitere interessante Fakten über das Leben in Korea folge unserem Blog und kontaktiere uns, wenn du Fragen zum Leben und Studieren in Korea hast.