Wenn du in Südkorea lebst – egal, ob nur für kurze oder längere Zeit –, kommst du nicht am Recyceln in Korea vorbei. Du musst wissen, wie das System funktioniert.
Ja, Recyceln in Korea mag auf den ersten Blick etwas kompliziert und verwirrend erscheinen, da sich das System dort ein wenig von dem in anderen Ländern unterscheidet. Sobald du jedoch alle notwendigen Informationen zur Mülltrennung gesammelt hast, ist es ganz einfach. Letztendlich musst du dich nur an die Anweisungen halten. In diesem Artikel findest du einen Leitfaden mit Tipps, wie du in Korea richtig recycelst.
Nutze den richtigen Mülleimer
Wie in vielen Ländern musst du auch in Korea beim Recyceln je nach Material des Produkts zwischen verschiedenen Tonnen wählen. In Korea gibt es jedoch eine größere Anzahl verschiedener Kategorien – zum Beispiel wird Kunststoff allein in Kunststoff, PET und Vinyl unterteilt.
Außerdem gibt es jeweils eine separate Tonne für Styropor, Papier, Aluminium, Glas, Lebensmittelabfälle und für allgemeinen, nicht recycelbaren Müll! Nachfolgend schauen wir uns im Detail an, was in die einzelnen Tonnen gehört.
In die normale Kunststofftonne (플라스틱류, peullaseutik-ryu) solltest du alle gründlich ausgespülten Kunststoffbehälter und farbigen Plastikflaschen werfen. Achte darauf, den Inhalt zu entleeren und das Etikett zu entfernen – diese sollten separat entsorgt werden.
In die PET-Tonne (패트류, paeteu-ryu) gehören durchsichtige Plastikflaschen (ebenfalls geleert, ausgespült und ohne Etikett).
In die Vinyl-Tonne (비닐류, binil-ryu) gehören Plastiktüten, Etiketten und Verpackungen von Kartoffelchips, Keksen usw. In diese Tonne kommt kein „hartes“ Plastik, sondern dünneres Plastik.
In manchen Ländern wird Polystyrol ebenfalls allgemein als Kunststoff eingestuft. In Korea kommt es jedoch in eine eigene Tonne, die 스티로품류 (seutiropum-ryu) heißt – ein Begriff, der vom englischen Wort „Styrofoam“ (das sich auf Polystyrol bezieht) abgeleitet ist.
In die Papiertonne (종이류, jongi-ryu) kannst du Papierbögen, Pappe und Tetra-Pak-Milchkartons werfen. Auch hier muss alles sauber sein, daher müssen Milchkartons vor dem Wegwerfen vollständig geleert und ausgespült werden. Alle Kunststoffetiketten müssen entfernt werden. Wenn ein Stück Papier sehr verschmutzt ist und Essensreste enthält, die sich nicht entfernen lassen, gilt es nicht mehr als recycelbar. Es sollte daher in die Restmülltonne geworfen werden.
Was Aluminium angeht, gibt es in Korea eine eigene Tonne, die 캔류 (kaen-ryu) heißt, wörtlich: „für Dosen“. Hier werden Dosen von Erfrischungsgetränken, Thunfisch usw. entsorgt, und wie immer sollten sie gründlich geleert, ausgespült und von allen Etiketten befreit sein.
Die Glastonne findest du unter dem Namen 병류 (byeong-ryu), wörtlich: „für Flaschen“, oder 유리류 (yuri-ryu), wörtlich: „für Glas“. Hier werden hauptsächlich Glasflaschen entsorgt. Auch hier gilt die übliche Regel, den Behälter zu reinigen und alle Etiketten und Verschlüsse zu entfernen. Ist die Flasche jedoch zerbrochen, kann sie nicht recycelt werden. In diesem Fall musst du alle Scherben in Zeitungspapier einwickeln und in den Behälter für nicht recycelbaren Müll werfen.
Was wir allgemein als organischen Abfall bezeichnen, bezieht sich in Korea ausschließlich auf Lebensmittelabfälle und wird als 음식류 (eumsik-ryu) bezeichnet. Daher gehören organische Abfälle, die keine Lebensmittel sind – wie Papiertaschentücher oder Servietten – nicht hierhin, ebenso wenig wie Eierschalen (diese kommen stattdessen in die Tonne für nicht recycelbare Abfälle/allgemeiner Restmüll). Nur Speisereste, die potenziell von einem Tier gefressen werden könnten, werden als 음식류 eingestuft.
Schließlich kommen wir zur Tonne für nicht recycelbaren Abfall, 일반 쓰레기 (ilban sseuregi), also dem „allgemeinem Abfall“. Alles, was weder recycelbar noch verwertbar ist, wie zum Beispiel Mischmaterialien und nicht trennbare Materialien, Eierschalen, gebrauchte Taschentücher, Toilettenpapier, Damenbinden und anderer Badabfall, Glasscherben oder Glühbirnen (in Zeitungspapier eingewickelt, damit die Scherben nicht verstreut werden), Kissen, Bettdecken, beschädigte Kleidung und alles, wofür es keinen eigenen Mülleimer gibt, sollte hier hinein geworfen werden. Ausnahmen bilden Elektronikgeräte, Kleidung in gutem Zustand und Möbel. Diese gelten als Sonderabfall und müssen anders entsorgt werden. In einem Wohnblock gibt es dafür in der Regel keine eigene Tonne.

Sonderabfälle beim Recyceln in Korea
Es gehört nicht zum Alltag, Elektronikgeräte, Kleidung in gutem Zustand oder Möbel wegzuwerfen. Es kann jedoch vorkommen, dass du eines Tages eines dieser Dinge entsorgen musst, aber du kannst sie nicht einfach in die Tonne für nicht recycelbaren Müll werfen.
Für Elektronikschrott kannst du einen Abholservice beantragen, der dann zu dir nach Hause kommt, indem du online auf der Website von Cycle Governance einen Termin buchst. Bei kleinen Gegenständen (wie Föhns, Toastern oder Staubsaugern) musst du mindestens fünf Teile gesammelt haben, um den Service buchen zu können, bei größeren Gegenständen wie Fernsehern oder Kühlschränken reicht schon ein einzelnes Teil.
Wenn Kleidung in gutem Zustand weggeworfen werden muss, empfiehlt es sich, sie in den Kleidersammelcontainer zu werfen. Diese gibt es in fast jedem Stadtteil; sie sind meist grün und mit der Aufschrift 의류수거함 (euiryusugeoham) gekennzeichnet. Kleidung, Schuhe, Taschen und Decken dürfen nur hier entsorgt werden, wenn sie in gutem Zustand sind. Beschädigte Kleidung, gefüllte Steppdecken, Kissen und Koffer gehören nicht dort hinein.
Was die Entsorgung von Möbeln oder Sperrmüll wie Koffern, Fahrrädern, Wäscheleinen oder Kinderwagen angeht, unterscheiden sich die Entsorgungsmethoden je nach Wohnort. Was das Recyceln in Korea angeht, gelten in Seoul selbst je nach Stadtteil unterschiedliche Regeln. Es empfiehlt sich, online nach der spezifischen Entsorgungsmethode für deine Gegend zu suchen, einen Abholservice zu buchen, eine geringe Gebühr zu zahlen und den Müll dann vor dem Haus bereitzustellen, damit er zum vereinbarten Tag und zur vereinbarten Uhrzeit abgeholt wird. Für viele Stadtteile in Seoul gibt es hierfür eine App namens Yeogiro (여기로).

Welche Müllsäcke du in Korea benutzen solltest
Um den Müll wegwerfen zu können, musst du spezielle Müllsäcke kaufen, die je nach Stadtteil unterschiedlich sind.
Die Säcke lassen sich grob in zwei Arten unterteilen: Säcke für nicht recycelbaren Müll (일반 쓰레기 봉투, ilban sseuregi bongtu) und Säcke für Lebensmittelabfälle (음식물 쓰레기 봉투, eumsikmul sseuregi bongtu).
Was recycelbaren Müll (재활용 쓰레기, jaehwalyong sseuregi) angeht, musst du keine Säcke kaufen, da dieser direkt in die dafür vorgesehenen Tonnen geworfen werden soll, ohne einen bestimmten Sack zu verwenden. Wenn du trotzdem einen Sack benutzt, um deinen Müll zur Tonne zu tragen, und ihn anschließend nicht behalten möchtest, denk bitte daran, dass der Plastiksack in die Vinyl-Tonne geworfen werden muss.
Müllsäcke gibt es in Supermärkten oder Convenience Stores zu kaufen. Wenn du sie nicht findest, kannst du so jederzeit nach den generellen Müllsäcken fragen:
일반 쓰레기 봉투 있어요?
Ilban sseuregi bongtu isseoyo?
Haben Sie Müllsäcke für den Restmüll?
Und so fragst du nach den Säcken für Lebensmittelabfälle:
음식물 쓰레기 봉투 있어요?
Eumsikmul seuregi bongtu isseoyo?
Haben Sie Müllsäcke für Lebensmittelabfälle?
Bußgelder für unsachgemäßes Recyceln in Korea
Wer sich nicht an die Abfallentsorgungsvorschriften hält, muss mit hohen Geldstrafen von bis zu einer Million Won rechnen. Daher musst du unbedingt darauf achten, dass wiederverwertbare Produkte nicht zusammen mit dem Restmüll entsorgt werden und umgekehrt, und dass der jeweilige Abfuhrplan für die einzelnen Abfallarten eingehalten wird.
Wir hoffen, dass du diesen Leitfaden zum Thema Recyceln in Korea nützlich fandest. Sobald du alle Regeln kennst, ist es gar nicht so schwer, sie anzuwenden. Da sich die Art und Weise, wie Koreaner recyceln, von dem unterscheiden kann, was du eventuell aus deinem Heimatland gewohnt bist, sei bitte achtsam und respektiert diese Unterschiede.
Für weitere Informationen zur koreanischen Kultur folge unbedingt dem Go! Go! Hanguk Blog und zögere nicht, uns zu kontaktieren, wenn du Fragen zum Leben und Lernen in Korea hast.